PORTRÄT: Henriette Dushe

Schaut man sich die Konstellationen in Henriette Dushes Stücken an, sind es immer wieder die Frauenfiguren, die faszinieren und im Vordergrund stehen. Das Drama „In einem dichten Birkenwald, Nebel“ beginnt zunächst mit drei Männern, die aus ihrem Leben fallen, weil sie aus verschiedenen Gründen zusammenbrechen. Da tauchen drei Frauen unterschiedlichen Alters aus dem Nebel auf und erfinden sich eine gemeinsame Geschichte oder stehen als Ärztinnen dem Chor der Burnout-Patienten bei. In „Lupus in Fabula“ trifft man drei Schwestern am Sterbebett des Vaters an, die durch dessen Verschwinden  in unterschiedlicher Weise auf sich selbst zurück geworfen sind.

Auch in „Von der langen Reise auf einer heute überhaupt nicht mehr  weiten Strecke“ stehen eine Mutter und ihre vier Töchter im Mittelpunkt des Geschehens, der Vater der Familie hat sich in sich selbst zurück gezogen und ist verstummt.

„Die Texte wandern durch die Köpfe in die Münder der anderen und wieder zurück durch den Mund eines Gegenübers in den Kopf einer anderen, nur die Mutter: ist und bleibt immer eine Mutter…“ – so beschreibt Henriette Dushe ihren Bühnentext für fünf Frauen, in dem nur die Mutter personifiziert wird, die vier Töchter teilen sich die Bezeichnungen „Eine, Andere, Einige“.

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Henriette Dushe (Copyright: C. Pitzke)

Das Stück, ausgezeichnet  2014 mit dem Autorenpreis „Stück auf!“ der Stadt Essen und am Theater Essen uraufgeführt in der Inszenierung von Ivna Žic, beschreibt die melancholische Geschichte einer Familie aus der ehemaligen DDR und lebt von seiner Musikalität.

Die  Mutter und ihre vier Töchter sprechen miteinander – aber der Text entwickelt eine Art Eigendynamik im Durcheinander-, Übereinander und Aneinander-vorbei-Reden. Erzählt wird die Erinnerung an die Ausreise der Familie aus der DDR, eine Reise in ein Land, das für den (nicht zu Wort kommenden) Vater  zu einem nie eingelösten Versprechen wurde. Die Figuren haben keine Namen, als hätten sie mit der Heimat auch die Identität verloren.

Sandra Schüddekopf, die die Szenische Lesung am Theater Leipzig beim 4+1 Festival einrichtete, schätzt den Text, weil er es schafft  „über die persönlichen Erinnerungen der Familie an ihre Ausreise hinaus etwas über die gesamtdeutsche Geschichte zu erzählen. Obwohl die Erinnerungen durch die Figuren wandern, sind die Figuren in ihren Beziehungen zueinander sehr klar. Der Text umkreist Gewissheit und Ungewissheit im Umgang mit Erinnerungen und spielt, auch in seiner Form, mit der Struktur von Erinnerungen.“

Die Mutter und ihre vier Töchter erinnern sich: an graue Anzügen mit wechselnden Gesichtern, an endlose Listen von Haushaltsgegenständen, das “Scheiß-Gärtchen” des Großvaters, die Waschbecken-Nische für Störenfriede im Klassenzimmer, die Brechanfälle der einen Tochter, den taubengrauen Bahnhof und an die traumatische Zugfahrt ohne Rückfahrschein aus der DDR, an den Vater, der das restliche Geld aus dem Zugfenster wirft, an die alle Sachen durchwühlenden Grenzbeamten und schließlich die Ankunft in einem niedersächsischen Provinzstädtchen.

Das Erinnerungsmaterial wird in Aufzählungen und rhythmischen Wiederholungen immer wieder neu sortiert und wirkt durch die Musikalität der Sprache wie ein sehr genau durchkomponierter gemeinsamer Gesang von der Mutter und ihren Töchtern.

Das Leipziger Festival  4+1, auf dem EURODRAM das Stück präsentierte, war ein Festival zur Nachwuchsdramatik im deutschsprachigen Raum, zu dem sechs Schreibschulen eingeladen waren: UniT Graz , die Universität für Angewandte Kunst in Wien sowie die Schreibschulen aus Hildesheim, Biel, Berlin und Leipzig.

Henriette Dushe hat selbst am UniT in Graz studiert und mit der Regisseurin der Uraufführung Ivna Žic an „Von der langen Reise…“ ursprünglich gemeinsam gearbeitet. Beide haben sich als Teilnehmerinnen des Forum Text kennengelernt – eine zweijährige künstlerische Begleitung mit Mentoring durch uniT in Graz.

Henriette Dushe stellt in einem Interview mit Magdalena Kotzurek dar, dass sich die UniT Graz nicht als Schule versteht, „die  von vornherein zu wissen meint, was sie vermitteln will. Hier stehen die einzelnen Autoren mit ihren Schwerpunkten in Thema und Form und Sprache im Vordergrund. Darüber hinaus ist die gesamte Ausbildung schon sehr früh vernetzt mit Schauspieler_innen und Regisseur_innen, so dass der interdisziplinäre Austausch über Theatralik die Textentstehung schon früh begleitet, das öffnet den Autor_innen natürlich alle Sinne, für die Bühne zu schreiben.“

Inka Neubert

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Beim 4 + 1 Festival am Schauspiel Leipzig.

HENRIETTE DUSHE stammt aus Halle/Saale. Von 2001 bis 2006 studierte sie in Potsdam KulturArbeit (Diplom im Fachbereich Angewandte Ästhetik). Von 2011 bis 2013 folgte ein Studium des Szenischen Schreibens an der uniT Graz. Von 2002 bis 2011 war sie Dramaturgin und Autorin beim freien Autoren- und Schauspielkollektiv unitedOFFproductions (Braunschweig/Berlin). Henriette Dushe lebt in Berlin.

Stipendien und Preise (Auswahl): 2008 Werkstattstipendium für Literatur der Jürgen-Ponto-Stiftung — 2009 Verleihung des Retzhofer Dramapreis für „MENSCHEN BEI DER ARBEIT“ (UA 2010 am Schauspiel Chemnitz) — 2010 Werkstattstipendium für „SPRACHLOS DIE KATASTROPHEN IM BEREICH DER LIEBE“ am Staatstheater Mainz — 2013 J.M. R. Lenz-Preis für Dramatik der Stadt Jena für „IN EINEM DICHTEN BIRKENWALD, NEBEL“ sowie Autorenpreis des Heidelberger Stückemarktes für „LUPUS IN FABULA“ — 2014 Autorenpreis „Stück auf!“ der Stadt Essen für „VON DER LANGEN REISE AUF EINER HEUTE ÜBERHAUPT NICHT MEHR WEITEN STRECKE“ — 2014 Christian-Dietrich-Grabbe-Preis für „IN EINEM DICHTEN BIRKENWALD, NEBEL“

Die Stücke von Henriette Dushe werden vertreten vom Henschel Schauspiel Theaterverlag.

 

EURODRAM wird „Von einer langen Reise auf einer heute überhaupt nicht mehr weiten Strecke“ ins Polnische übersetzen lassen. Die Übersetzerin ist Dr. Iwona Uberman.

 

 

AKTIVITÄTEN: Lesungen beim 4+1-Festival 2016

Am 2.4. 2016 fand im Rahmen des 4+1-Festivals in Leipzig die erste EURODRAM-Veranstaltung mit der Auswahl 2016 statt, eine Kooperation mit dem Schauspiel Leipzig.

Mitglieder des Ensembles sowie Anna Schmidt und Anjorka Strechel als Gäste lasen je zwanzigminütige Ausschnitte aus den Texten, eingerichtet wurden die Lesungen von Mitgliedern des EURODRAM-Komitees selbst.

Besonders gefreut hat uns, dass die Autorinnen Henriette Dushe und Christina Kettering und Maxi Obexers Ko-Autor Lars Studer nach Leipzig kommen konnten und im Anschluss an die jeweilige Lesung einige Fragen zu ihrem Stück und ihren Erfahrungen mit Übersetzungen beantworteten.

Darüber hinaus haben wir nochmal die generelle Arbeitsweise von EURODRAM und die Ziele unseres Netzwerks vorgestellt.

Vielen Dank an das Schauspiel Leipzig für die Kooperation und an alle an der Veranstaltung Beteiligten.

Und natürlich auch einen herzlichen Dank an das Publikum für euer Interesse und zahlreiches Erscheinen, trotz der recht frühen Stunde!

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Lesung EURODRAM am Schauspiel Leipzig. (Copyright: R. Arnold)

EURODRAM beim 4+1-Festival

LESUNG 1

Maxi Obexer / Lars Studer: ILLEGALE HELFER.

Einrichtung der Lesung: Katharina Stalder.

Es lasen: Anna Schmidt, Lara Waldow; Loris Kubeng, Markus Lerch, Florian Steffens.

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Katharina Stalder bei der Vorstellung des Stückes. (Copyright: R. Arnold)

LESUNG 2

Henriette Dushe: VON EINER LANGEN REISE AUF EINER HEUTE ÜBERHAUPT NICHT MEHR WEITEN STRECKE.

Einrichtung der Lesung: Sandra Schüddekopf.

Es lasen: Anna Schmidt, Bettina Schmidt, Anjorka Strechel, Lara Waldow.

LESUNG 3

Christina Kettering: ANTARKTIS.

Einrichtung der Lesung: Inka Neubert

Es lasen: Bettina Schmidt, Lara Waldow; Loris Kubeng, Markus Lerch.

Moderation: Ulrike Syha

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Im Gespräch mit Ko-Autor Lars Studer („ILLEGALE HELFER“). (Copyright: R. Arnold)

Leider konnte bei der Veranstaltung noch nicht bekanntgegeben werden, in welche Sprachen die jeweiligen Texte übersetzt werden. Wir haben die Zielsprachen intern aber bereits festgelegt und sind mit Übersetzern im Gespräch. Die Bekanntgabe erfolgt voraussichtlich Ende April.

Ulrike Syha

 

 

 

PORTRÄT: Maxi Obexer

“Illegale Helfer“ von Maxi Obexer 

(Mitarbeit: Lars Studer)

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Maxi Obexer, © gezett

 

Der Grad der Präsenz dieses EINEN Themas im medialen Diskurs der letzten Monate ist bemerkenswert – aber auch außergewöhnlich, wie sehr es in die Sphäre des Privaten eindringt. Ob man mit Freunden beisammen sitzt, in der Mittagspause mit Kollegen, oder zuhause am Küchentisch – DAS kommt garantiert zur Sprache: Die derzeitige Migrationsbewegung!

Auf die eine oder andere Weise hat dieses Thema Eingang gefunden in die Gemüter einer gesamten Gesellschaft! Das ist keineswegs eine selbstverständliche Reaktion, dass Alle etwas interessiert. Zum letzten Mal war das vielleicht bei den Anschlägen in New York 2001 der Fall. Und über andere, nicht minder große Flüchtlingsbewegungen, z.B. im Afrika der 2000er Jahre, wurde sich weitaus weniger Gedanken gemacht. Etwas hat sich plötzlich in eklatantem Maße in der öffentlichen Wahrnehmung verändert. Die Macht des Diskurses, auch die politische Gefahr, die von ihm ausgehen kann, ist uns durch Foucault und Barthes bekannt. Unlängst hat Peter Sloterdijk in einem TV-Gespräch darauf hingewiesen, wie beengt, wie eingefahren und selbstreferentiell die eigene Betätigung im Diskurs auch verlaufen kann. In welcher Weise können wir vom Theater uns also an der Betrachtung des Flüchtlingsthemas beteiligen? Was können wir zu dem Diskurs-Puzzle an Meinungen und Haltungen beitragen, ohne vorgefertigte Muster zu bedienen?

Wie kann sich das Theater zu diesem Über-Thema unserer Tage äußern?

Vorliegender Theatertext „Illegale Helfer“ nähert sich aus einer Blickrichtung. Er folgt, der Titel verrät es, dem Narrativ derjenigen, die helfen wollen. Nicht Jeder mag helfen, das sehen wir. Andere haben Angst. Sie kommen hier nicht zur Sprache. Ein anderes Stück mag andere Meinungen, andere Aspekte in den Vordergrund stellen. Maxi Obexers Text kann man dennoch keine einseitige Betrachtung vorwerfen. Die Autorin hat etwas Überzeugendes geschaffen, in dem sie innerhalb einer vermeintlich bekannten Helfer-Position Neues, Unerwartetes beschreibt. Sie zeigt uns einen Ausschnitt paradoxer, brutaler Realität, den unsereins als Otto-Normal-TV-Seher nicht kennt, weil er im medialen Diskurs weitestgehend unbeachtet (bis verschwiegen?) bleibt.

Diese illegalen Helfer setzen sich für Menschen ein, die ihnen zwar fremd sind, die sie aber ganz nah an ihr eigenes Leben heran lassen, weil sie Hilfe benötigen – und sie tun dies unter Inkaufnahme von Rechtsverstößen. Sie setzen die individuelle, moralische Integrität über die des braven Staatsbürgers.

 Um Skeptikern gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen: Hier springt keiner auf den Emotionszug auf, weil es gerade angesagt ist. Schon gar nicht diese Autorin, für die das Thema „Festung Europa“ nicht erst jetzt hervorpoppt, sondern die sich dafür schon länger kritisch interessiert. Dies Stück ist auch nicht DAS Stück zur Flüchtlingskrise. Der Text ist eine Momentaufnahme und liefert einen Teilmoment – nicht mehr aber auch nicht weniger! Damit vermeidet er den moralischen Zeigefinger und die Gefahr des vermessenen Anspruchs, das Theater habe den relevanten Zugriff zum Über-Thema stets parat.

 Verändernde Zeiten?

Ob von nun an „nichts mehr so sein wird, wie es war“, wie Einige schon gerne apostrophieren, werden wir in einigen Jahren wissen. Auch ohne die große Zeit der Umwälzung im Allgemeinen erkennen zu wollen – im Kleinen, im Persönlichen hat sich bei einigen Menschen die vergangenen Monate über bereits sehr viel verändert. Gesellschaftliche Prozesse sind keine Frage von Theoremen am Reißbrett. Auch wenn die Makroebene der Politik, wie die Soziologen es nennen, durch Maßnahmen darauf Einfluss nehmen kann. Der Prozessverlauf bedingt sich durch das konkrete Verhalten Einzelner. Mögen die meisten von uns in ihrem Alltag keinen persönlichen Berührungspunkt zu einem der Menschen auf der Flucht haben und sich das eigene Meinungs-, Angst- oder Empathie-verhalten eher aus dem Mediendiskurs speisen. Für viele Andere aber ist die „Flüchtlingskrise“ zu einer Frage ihres persönlichen Alltags geworden.

Das Thema hat sich von der Makro-ebene der Politik auf viele neue Mikro-bereiche in unserer Gesellschaft verlagert, ja, manche erst entstehen lassen. Ob Polizisten, Sozialhelfer, Organisationsteams, Logistiker, Anbieter von „Sicherheitslösungen“ oder „Verpflegungspackages“: Für viele Menschen sind neue Einsatzräume, Aufgaben und Verantwortlichkeiten entstanden, die es bis vor einem halb/dreiviertel Jahr de facto noch nicht gab. Manche Menschen entwickeln neue Geschäftsideen. Andere nehmen die eigene Überzeugung als moralischen Gradmesser für Ihr außerberufliches Engagement.

 Unbekannte Realität

Eine dieser sozialen Gruppen, die es vielleicht noch gar nicht solange gibt in unserer Gesellschaft, stellt uns Maxi Obexer mit ihrem brandaktuellen Stück vor – tatsächlich einem der spannendsten Theatertexte zum Thema. Der Text zeugt und bezeugt eine wohl nicht kleine Gruppe von Individuen, die sich für soziales Handeln entschieden haben. Es ist ein Handeln im Stillen. Gegen den Willen des Staates, der anderswo immer noch darum ringt, ob und wie oder wann man am besten handelt. Und das was wir da lesen, findet wirklich statt und genau in diesem Moment, ohne, dass die Öffentlichkeit viel über das darin liegende Dilemma zwischen Recht und Mitgefühl ahnt.

Ein Theatertext wird immer dann spannend, wenn er Widersprüche aufzeigt, neue Zusammenhänge freilegt, wenn er keine naheliegenden erzählerischen Klischees bedient. Erst recht, wenn er wie hier unter Verwendung von Interviewmaterial ein hohes Maß an Authentizität verspricht. So ist eine erstaunliche Entdeckung beim Lesen, die Figur (= reale Person) des Verwaltungsrichters, der sich zwischen offizieller und moralischer Richtschnur entscheiden muss. Ein überraschendes Statement stammt vom „deutschen Studenten Florian“, der am besonders starken Ende dieses Stückes den Grad seines persönlich investierten Risikos relativiert und darin, so könnte man es verstehen, fast eine Banalität des Helfens entdeckt.

Man kann die Inkognito-Protagonisten des Stückes nicht einfach als Gutmenschen abtun. Es wird deutlich, es sind Menschen wie Du und ich. Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten, Alters und biografischen Zusammenhängen. Sie haben unterschiedliche Beweggründe, jede(r) seine eigene Motivation, sich für die Flüchtlinge einzusetzen. Gerne hätte man noch mehr über diese Menschen selbst erfahren oder sie noch stärker in Widerstreit mit kritischen Gegenstimmen gesetzt. Auch, um als Leser/Theaterzuschauer stärker gezwungen zu werden, die eigene Überzeugung in dieser Sache auf den Prüfstand zu stellen. Die Regie hat hier Gelegenheit, ihr Übriges zu tun. Auch deshalb ist es dieser Text wert, auf die Bühne zu kommen!

Der Verdienst dieses Stückes, dieser investigativen Unternehmung von Maxi Obexer ist es, diesen ungewöhnlichen Helfern eine Stimme und damit eine Existenz zu geben – Und dem Theaterzuschauer eine Denkaufgabe für den Heimweg aus dem Theater. Letztlich auch: Eine politische Frage zu stellen nach den gesetzmäßigen Bahnen innerhalb derer wir handeln sollen, in einer Zeit voller jener neuen Ereignisse, mit der sich unsere europäische Gesellschaft so schockhaft plötzlich konfrontiert sieht. Obexer wirft ein Licht auf einen Teil eines unübersichtlichen Diskurses, über den wir bisher noch nichts erfahren haben. Sie hilft, das Bild vielseitiger zu machen – und umso vielfältiger, desto eher ist es an der Realität dran, die wir so sehr begreifen wollen.

Christian Mayer, Graz

BIOGRAPHISCHES:

MAXI OBEXER wurde in Brixen, Südtirol, Italien geboren.

Sie lebt heute in Berlin und Südtirol und ist Autorin von Theaterstücken, Hörspielen, Erzählungen und Essays.

Ausserdem ist sie Mitbegründerin des Neuen Institut für Dramatisches Schreiben (NIDS). www.nids.eu

2011 erschien ihr erster Roman „Wenn gefährliche Hunde lachen“.

Sie hat zahlreiche Förderungen und Preise erhalten, u.a.der Akademie Schloß Solitude, des Collegium Budapest, des LCB Berlin und der Akademie der Künste Berlin.

Sie hat bereits am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, der UdK Berlin und in den USA unterrichtet und war auch als Dramaturgin tätig.

Ihre Stücke sind über www.schaefersphilippen.de zu beziehen.

Homepage der Autorin: www.m-obexer.de

EURODRAM wird „Illegale Helfer“ ins Bulgarische übersetzen lassen. Die Übersetzerin ist Gergana Dimitrova.

Gefördert vom Deutschen Literaturfonds.

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AUSWAHL 2016

Es ist soweit, wir haben offiziell eine neue deutschsprachige Eurodram-Auswahl 2016.

Uns haben 147 Texte erreicht, aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Luxemburg und Polen. Und einer kam sogar aus dem fernen China. Die meisten Texte wurden von den Autoren selbst eingereicht, manche aber auch von Übersetzern und Verlagen.

Wir haben in den letzten Monaten viel gelesen und diskutiert – und uns nun auf folgende drei Stücke geeinigt (in alphabetischer Reihenfolge):

– HENRIETTE DUSHE: „VON EINER LANGEN REISE AUF EINER HEUTE ÜBERHAUPT NICHT MEHR WEITEN STRECKE“ (Henschel Schauspiel)

– CHRISTINA KETTERING: „ANTARKTIS“ (Drei-Masken-Verlag)

– MAXI OBEXER: „ILLEGALE HELFER“(Schaefersphilippen)

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Wir werden die Texte und die Autorinnen bei unserer ersten Veranstaltung am 2. April 2016, 11.30 Uhr in Lesungen und Gesprächen vorstellen (siehe „Termine“).

Dort werden wir aller Wahrscheinlichkeit nach auch bekanntgeben, in welche Sprachen wir die Texte übersetzen lassen.

Ausserdem werden wir die Stücke in der nächsten Zeit hier auf unserem Blog porträtieren.

 

Bei so vielen Einsendungen ist uns das Auswählen naturgemäß nicht leichtgefallen. Deswegen möchten wir auch noch auf unsere Zusatzauswahl „Weitere Empfehlungen“ hinweisen.

Diese Texte können von uns leider nicht auch in Lesungen vorgestellt und  übersetzt werden –  wir möchten aber Theatermacher und vor allem Übersetzer unbedingt auch auf diese Stücke aufmerksam machen.

 

Weitere Empfehlungen 2016:

– Martina Clavadetscher: UMSTÄNDLICHE RETTUNG

– Dagrun Hintze: DIE ZÄRTLICHKEIT DER RUSSEN (Jussenhoven & Fischer)

– Christiane Kalss: DIE ERFINDUNG DER SKLAVEREI

– Karen Köhler: DEINE HELDEN – MEINE TRÄUME (Verlag für Kindertheater)

– Fritz Kater: LOVE YOU, DRAGONFLY (Henschel Schauspiel)

 

Bei Interesse an den Texten wenden Sie sich bitte an die angegebenen Verlage bzw. an uns, wir stellen dann einen Kontakt zum Autor her.

 

 

AKTIVITÄTEN: Präsentation der Auswahl 2015 am Theater Drachengasse / Wien

Am 16. November 2015 haben wir in Wien am Theater Drachengasse eine weiteres Mal die Auswahl 2015 des Deutschsprachigen Komitees präsentiert – unsere Premiere in Österreich.

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Im Theater Drachengasse, Foto: K.Kukelka

Dank einer großartigen Zusammenarbeit mit dem Theater Drachengasse und dank Unterstützung des Bundeskanzleramts und des Polnischen Instituts in Wien war es uns möglich, einige der Autoren und Übersetzer zu der Veranstaltung einzuladen: Małgorzata Sikorska-Miszczuk (Polen) und ihren Übersetzer Andreas Volk, sowie Maria Tryti Vennerød (Norwegen) und ihre Übersetzerin Nelly Winterhalder.

Das Theater Drachengasse (www.drachengasse.at) ist ein kleineres Theater direkt im Zentrum Wiens, das in seinen Spielplänen einen erkennbaren Schwerpunkt auf zeitgenössische Stoffe setzt. Seit Oktober 2014 hat dort Katrin Schurich die Leitung inne, als Regisseurin selbst gut mit der zeitgenössischen Dramatik vertraut. Wir freuen uns sehr, dass wir sie für diese Kooperation gewinnen konnten.

Auf eine kurze Einführung in die allgemeine Arbeit von EURODRAM und seiner Sprachkomitees durch Ulrike Syha (Koordinatorin des Deutschsprachigen Komitees) folgten etwa zwanzigminütige Lesungen der drei Stücke der Auswahl 2015, eingerichtet von Sandra Schüddekopf und Milena Michalek.

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Lesung „Eine nicht umerziehbare Frau“, Foto: K. Kukelka

„EINE NICHT UMERZIEHBARE FRAU“ von Stefano Massini (Aus dem Italienischen von Sabine Heymann). (Lauke-Verlag)

Es lasen: Barbara Gassner, Thomas Stolzeti, Felix Kreutzer; Einrichtung: Sandra Schüddekopf

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Lesung „Der Koffer“, Foto: U. Syha

„DER KOFFER“ von Małgorzata Sikorska-Miszczuk (Deutsch von Andreas Volk). (Kaiser-Verlag)

Es lasen: Barbara Gassner, Thomas Stolzeti, Alexander Braunshör, Lisa Schrammel; Einrichtung: Sandra Schüddekopf

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Lesung „Die Prüfung“; Foto: K. Kukelka

Für die Lesung des dritten Textes ist es den Kollegen in Wien gelungen, eine Kooperation mit einer Schauspielschule in die Wege zu leiten; die Rollen der Schüler in „Die Prüfung“ wurden von jungen Studierenden der Privatuniversität Konservatorium Wien gelesen – eine große Bereicherung.

„DIE PRÜFUNG“ von Maria Tryti Vennerød (Aus dem Norwegischen von Nelly Winterhalder). (TM-Verlag)

Es lasen: Lisa Schrammel, Alexander Braunshör, Teresa Maria Hager, Sören Kneidl, Felix Kreutzer, Eleni Stampfer, Constanze Winkler; Einrichtung: Milena Michalek

Im Anschluß an die jeweilige Lesung stellten sich die anwesenden Autoren und Übersetzer den Fragen der EURODRAM-Mitglieder Henning Bochert und Christian Mayer und des Publikums und gaben Auskunft über ihre Texte, den Vorgang des Übersetzens, neue Projekte und die zeitgenössische Theaterszene in ihren jeweiligen Ländern. Gespräche, die auch nach Ende der Veranstaltung fortgeführt wurden.

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Die norwegische Autorin und ihre Übersetzerin im Gespräch mit Christian Mayer; Foto: K. Kukelka

Ein Zuschauer sagte am Ende an der Bar, er habe den gesamten Abend wie eine kleine Reise empfunden durch die unterschiedlichen Regionen Europas mit ihren jeweiligen Themen und Fragestellungen. Wenn sich das hergestellt hat, freuen wir uns natürlich ungemein.

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Die polnische Autorin und ihr Übersetzer im Gespräch mit Henning Bochert, Foto: K.Kukelka

Mit dieser Veranstaltung in Wien verabschieden wir uns von der Auswahl 2015, die uns über das Jahr sehr ans Herz gewachsen ist. Wir bedanken uns herzlich bei der Theaterleiterin Katrin Schurich, bei Sandra Schüddekopf und Milena Michalek, den Schauspielern und allen anderen Beteiligten und Unterstützern vor Ort.

Kommende Woche startet die Ausschreibung 2016. Wir freuen uns schon jetzt auf die neuen Texte und die Menschen dahinter.

Über den Start der Ausschreibung informieren wir Sie getrennt auf diesem Blog.

 

 

 

PORTRÄT: Stijn Devillé (Weitere Empfehlungen)

STIJN DEVILLÉ: HITLER IST TOT (Hitler is dood).

Übersetzt aus dem Niederländischen von Uwe Dethier.

Der Autor Stijn Devillé.
Der Autor Stijn Devillé.

Das Stück HITLER IST TOT von Devillé beschreibt die Situation beim Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher 1945/1946 in Nürnberg. Diese Situation ist für den Autor und historisch vor allem durch das titelgebende Faktum bezeichnet, dass die auratische Ära des „Führers“ nach dessen Selbsttötung vorüber ist. Auch seine beiden wichtigsten Stellvertreter Goebbels und Himmler haben sich „van het leven beroofd“, also ebenfalls das Leben genommen, wie es auf der Internetseite des Autors heißt. Die große Personage des Stücks besteht aus der in Nürnberg inhaftierten verbliebenen Führungsriege der Partei und den Anklägern, Richtern sowie einer Journalistin.

Das Stück zeichnet sich zuerst durch seine gewichtige Thematik aus, die sich komplett auf die Figuren konzentriert. Die Dialoge sind knapp, dynamisch, die Atmosphäre ist dicht. Erwähnt werden sollte noch die Notation. Schon in seinem ersten Stück HABGIER (HEBZUCHT, übersetzt aus dem Flämischen von Uwe Dethier), das eine Familie im Investitionsgeschäft während der Finanzkrise beschreibt, notiert Devillé die Figurennamen in Tabellenform am Seitenanfang und deren Dialoge kaskadenhaft darunter.

Das Stück ist dokumentarisch mindestens insofern, als dass die Figuren teilweise historisch sind. Die Figuren der Ankläger und Presse sind fiktiv. Einerseits ist das schriftliche, dokumentarische Format aktuell wenig en vogue, was diese Arbeit als Ausnahme interessant macht, andererseits ist bisher offenbar und erstaunlicherweise kein Theaterstück über diese spezielle Situation nach dem Zweiten Weltkrieg erschienen.

Abgesehen von den ohnehin interessanten historischen Personen und ihrem Gebaren im Zusammenhang mit den Prozessen, das schon damals alle Anzeichen einer Theaterinszenierung an den Tag legte, zeigen auch und vor allem die Szenen mit den scheinbar rasch zusammenrekrutierten Ankläger und Richter, wie unsicher ihre Position gegenüber Schwergewichten wie Göring oder Streicher waren. Zwar basierte die Einrichtung des Internationalen Militärgerichtshofes auf Beschlüssen der Vereinten Nationen und stellte eine Fortsetzung und Weiterentwicklung des Völkerrechts dar. Zum ersten Mal aber wurden die Vertreter eines zum Zeitpunkt ihrer Taten souveränen Staates für ihr Handeln zur Rechenschaft gezogen, was dann in den Argumentationen auch Probleme auslöste und die Position der Angeklagten stärkte.

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Szene aus der Uraufführung.

Lieber Stijn Devillé,

welches war der Anlass für dieses historische Stück?

In vielen meiner Stücke stellt sich Fragen der Moral: was ist richtig, was ist falsch? 2002 habe ich ein Stück geschrieben, das sich mit dem Leben meines Onkels beschäftigt. Im zweiten Weltkrieg war er ein Held des Widerstands, war aber später, in den 50er Jahren, an einem antikommunistischen Sonderkommando beteiligt, das den belgischen Vorsitzenden der Kommunistischen Partei umgebracht hat.

So wurde aus dem Kriegsheld ein ordinärer Killer. Als das in den späten Neunzigern herauskam, war ich schockiert. (Erst 2007, wenige Monate vor seinem Tod, hat mein Onkel die Tötung des Parteiführers zugegeben.) Mir kam es so vor, als gäbe es so etwas wie richtig und falsch gar nicht: es liegen immer dicke Grauzonen dazwischen.

Die Nürnberger Prozesse erschienen wie die Mutter aller Fälle, in denen diese ewige Frage zwischen Richtig und Falsch angegangen wurde. Allen war klar, dass der NS-Staat falsch war, aber hieß das automatisch, dass die Alliierten die ganze Zeit Recht hatten? Und was könnten die Konsequenzen für kommende Generationen sein? Als Kind hatte ich immer das Gefühl, „auf der richtigen Seite“ geboren zu sein. Aber mit welchem Recht konnte ich das behaupten? Im Gegenteil wurde ich durch mein Geburtsjahr 1974 zu einem Teil der Menschheit, der für einen Holocaust verantwortlich war: die Menschheit hatte keine Möglichkeit, diesen Fleck aus ihrer Geschichte zu tilgen. Als wären wir alle von dieser „Erbsünde” berührt. Deswegen sagt Edith Berger in der letzten Szene des Stücks: „Wir haben den Krieg nicht gewonnen. Wir haben ihn verloren.” Diese Sichtweise machte diesen historischen Fall für mich sehr relevant, naheliegend und modern.“

Welche Quellen haben Sie benutzt?

„Im Vorfeld hatte ich ungefähr fünf Jahre lang recherchiert (während ich andere Projekte geschrieben und inszeniert habe) und ein weiteres Jahr Vollzeit. Die Hauptquelle waren die Originalprotokolle der Verhandlungen in Nürnberg: sie umfassen 47 Bücher. Diese Abschriften wurden mit dem Avalon Project der Yale University im Internet öffentlich zugänglich gemacht. Andere wichtige Quellen waren: INTERROGATIONS: THE NAZI ELITE IN ALLIED HANDS, 1945 (2001) (Verhöre: Die NS-Elite in den Händen der Alliierten 1945, Ullstein Taschenbuch 2005) von Richard Overy, The Nuremberg interviews: conversations with the defendants and witnesses von Leon Goldensohn & Robert Gellately und das Nuremberg Diary (Nürnberger Tagebuch, dt. von Margaret Carroux, Karin Krauskopf und Lis Leonard, FISCHER Taschenbuch 1977) von Gustave M. Gilbert. Sowohl Goldensohn als auch Gilbert schildern die Prozesse hinter den Kulissen, aber Gilbert ist sehr voreingenommen, während Goldensohn (in der Ausgabe des Historikers Prof. Dr. Gellately) präziser ist. Die Szenen mit Albert Speer sind angelehnt an die Arbeiten von Joachim Fest. Außerdem gab es Arbeiten von Steffen Radlmaier, Bradley F. Smith, Norbert Ehrenfreund, Hannah Arendt, Viktor Klemperer, Ian Kershaw, Geert Mak, Jörg Friedrich, Martha Gellhorn, Gitta Sereny…“

Während die deutschen Angeklagten historisch sind, scheinen die Amerikaner und Engländer im Stück fiktiv zu sein. Wieso?

„Alle vier Figuren (Robert Jackson, Dodd West, Rebecca Goldensohn und Edith Berger) sind entfernt angelehnt an historische Personen. Aber da diese der Öffentlichkeit wenig bekannt waren (Thomas Dodd? Airey Neave?), konnte ich sie anderes gestalten:

Ich wollte unterscheiden zwischen den Angeklagten einerseits, die nur über ihre Vergangenheit nachdenken und streiten konnten (vor ihnen lag nur der Tod), und andererseits den Anklägern, die sich auch mit der Zukunft zu befassen hatten. Um also das Stück für heute relevant zu machen, kam ich darauf, dass es spannend wäre, diese Figuren sehr jung zu machen. Ungefähr in meinem Alter. Historisch war das nicht ganz zutreffend: Robert Jackson z. B. war in Nürnberg über 50, in unserer Fassung wurde er aber von einem Schauspieler Ende Zwanzig gespielt. Wie gehen junge Leute mit diesem Problem um, ein ganzes Leben, die ganze Zukunft noch vor sich zu haben?

Gleichzeitig gewann ich damit mehr künstlerische Freiheit: ich konnte Gewohnheiten und Neigungen beschreiben, die zu der Zeit in Nürnberg herrschten (z. B. freien Sex; oder eine eher verschwenderische und freizügige Atmosphäre hinsichtlich Trinken und Alkohol), ohne genau darauf achten zu müssen, ob dieser oder jener historische Ankläger an solchen freizügigen Abenden in der Hotellobby teilgenommen hätte…

Die Figur von Edith Berger basiert auf mehreren historischen Frauen, die beim Prozess zugegen waren, z. B. Martha Gellhorn, Rebecca West, Elsa Triolet und Hannah Arendt. Rebecca West hatte zum Beispiel im Prozessverlauf eine Affäre mit dem amerikanischen Richter Francis Biddle, daher auch die Liaison zwischen Dodd West und Edith Berger im Stück.“

Szene aus der Uraufführung.
Szene aus der Uraufführung.

Übrigens ist zum Thema der Simultanverdolmetschung bei diesem Ereignis ein interessantes Buch erschienen: „Simultandolmetschen in Erstbewährung: der Nürnberger Prozess 1945“, Schippel/Kalverkämper, Frank & Timme, ISBN 978-3865961617.

DER ÜBERSETZER: Uwe Dethier ist Übersetzer aus dem Englischen, Niederländischen, Flämischen und auch aus dem Berndeutschen. Er hat zahlreiche Stücke von Autoren wie Roel Adam, Ignace Cornelissen, Guy Krneta und Charles Way übersetzt, viele davon für junges Publikum. Die von ihm übersetzten Stücke von Stijn Devillé werden bisher nicht von deutschsprachigen Verlagen vertreten.

DER AUTOR: Der flämische Autor Stijn Devillé verzeichnet auf seiner Website www.stijndeville.be 10 Theaterstücke, von denen die hier erwähnten zwei ins Deutsche übersetzt sind. Er ist außerdem Theatermacher. Nach Braakland/ZheBilding in Leuven, Belgien, ist er seit kurzem Künstlerischer Leiter eines neuen Hauses: Het Nieuwstedelijk.

Szene aus der Uraufführung.
Szene aus der Uraufführung.

Würden Sie uns kurz etwas über diese neue Spielstätte sagen, Herr Stijn?

„Het nieuwstedelijk ist das neue Stadttheater von Leuven, Hasselt & Genk. Es ist hervorgegangen aus einer Zusammenlegung von Braakland (meiner Truppe, die 2010 zum Stadttheater von Leuven gekürt wurde) und de Queeste (dem kleinen Stadttheater von Hasselt). Wir haben uns zum Ziel gesetzt, neue Stücke zu produzieren, die Fragen zu Leben und Gesellschaft im einundzwanzigsten Jahrhundert stellen: was passiert in unseren Städten, in dieser Welt und welche Auswirkungen hat das auf unseren Alltag? Aktuell arbeite ich an einer Trilogie zur Bankenkrise und der daraus folgenden Eurokrise, Hebzucht, Angst & Hoop.“

Hebzucht (HABGIER, ebenfalls von Uwe Dethier übersetzt) hatte 2012 Premiere, ANGST 2014, und HOOP (HOFFNUNG) kommt am 3. Dezember 2015 heraus. Die ganze Trilogie wird im Frühjahr 2016 am Stück gezeigt.

 

TEXT UND INTERVIEW: Henning Bochert

PORTRÄT: Stefano Massini

STEFANO MASSINI: EINE NICHT UMERZIEHBARE FRAU. 

Aus dem Italienischen von SABINE HEYMANN.

STEFANO MASSINI wurde 1975 in Florenz / Italien geboren. Nach einem Studium der Altphilologie arbeitete er zunächst als Regie-Assistent bei Luca Ronconi am Piccolo Teatro in Mailand. Seit 2000 arbeitet Stefano Massini selbst als Regisseur, seit 2005 erregt er zudem als Dramatiker Aufmerksamkeit. Für seinen Text „L’odore assordante del bianco“ wurde er mit dem Premio Pier Vittorio Tondelli ausgezeichnet, einem der wichtigsten Preise für Dramatisches Schreiben in Italien. Im Jahr 2007 erhielt er den Premio Nazionale della Critica und 2013 den Premio Speciale Ubu. Massinis Texte werden in ganz Italien und im europäischen Ausland gespielt.

Das 2007 entstandene Stück „EINE NICHT UMERZIEHBARE FRAU“ beschäftigt sich mit der russischen Journalistin Anna Politkowskaja, deren Ermordung vor ihrer eigenen Wohnung in Moskau im Jahre 2006 die Öffentlichkeit schockierte. Politkowskaja war eine investigative Reporterin, die sich u.a. mit Menschenrechtsverletzungen im Tschetschenien-Konflikt beschäftigte.

Massinis Text rekonstruiert weniger den genauen Ablauf ihrer Ermordung oder Details ihrer Biografie, er spiegelt vielmehr in Schlaglichtern die Gräuel und Ambivalenzen des kriegerischen Konflikts und die Rolle des Journalisten in einem solchen Kontext. Monologische, durchaus poetische Sequenzen wechseln sich mit Dialogen zwischen Reportern und Beteiligten und Betroffenen des Krieges ab. Vom Schicksal der russischen Journalistin ausgehend lädt Massini zu einer generellen Auseinandersetzung mit der Pressefreiheit und den Aufgaben des modernen Journalismus ein.

„EINE NICHT UMERZIEHBARE FRAU“ wurde seit der Entstehung des Textes nicht nur in Italien, sondern auch in Frankreich, Belgien, Luxemburg und Monaco gezeigt. Eine Spielfilmversion überzeugte bei den 66. Filmfestspielen in Venedig. Die deutschsprachige Erstaufführung ist für November 2015 am Oldenburgischen Staatstheater geplant.

EURODRAM zeigt bereits am 31. Mai 2015 einen Ausschnitt aus dem Text bei der EUODRAM-Präsentation am Nationaltheater Mannheim (Einrichtung der Lesung: Inka Neubert).

STEFANO MASSINI hat in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe weiterer Stücke geschrieben, von denen nach der Uraufführung am Piccolo Teatro Mailand in letzter Zeit vor allem die „Lehman Trilogy“ großes Aufsehen erregte. Die deutschsprachige Erstaufführung dieses Textes („Lehman Brothers“) ist für Juni 2015 am Staatstheater Dresden geplant (Regie: Stefan Bachmann).

Sabine Heymann
Sabine Heymann

INTERVIEW MIT SABINE HEYMANN, DER ÜBERSETZERIN DES TEXTES

Frau Heymann, Sie haben „Donna non rieducabile“ ins Deutsche übersetzt. Wie sind Sie auf den Text aufmerksam geworden?

SABINE HEYMANN: Schon vor einigen Jahren hat mich mein Freund Christoph Lepschy (Professor für Dramaturgie an der Universität Mozarteum) auf Stefano Massini aufmerksam gemacht. Massini hatte in Salzburg 2011 einen Workshop zum zeitgenössischen italienischen Theater abgehalten und gemeinsam mit den Studierenden seinen Text „Il crollo“ (Der Crash) behandelt, der wohl eine erste Version der späteren „Lehman Trilogy“ war. Seitdem habe ich seine Arbeit aus der Ferne verfolgt und mich gefreut, dass es endlich einmal einem zeitgenössischen italienischen Autor gelang, auf italienischen Bühnen gespielt zu werden und Erfolg zu haben – was immer noch ein sehr schwieriges Unterfangen ist. Im vergangenen September kam dann Per Lauke mit der Anfrage auf mich zu, ob ich „Donna non rieducabile“ für seinen Verlag übersetzen könnte. Von dem Text war ich auf Anhieb fasziniert. Wie Massini das Thema angegangen ist, wie er das Material montiert und bearbeitet hat, das ist einfach großartig. Es ist ein sehr guter, ein spannender politischer Text, ein hochdramatischer Monolog, der einem für vieles die Augen öffnet. Die menschliche Größe und das journalistische Kaliber von Anna Politowskaja, die ich bis dahin nur oberflächlich kannte und von der ich noch nie etwas gelesen hatte, lernte ich über den Umweg der Übersetzung kennen. Beim Übersetzen habe ich vor allem versucht, dieselbe Gratwanderung nachzuvollziehen, die auch Politowskaja in ihrer Arbeit ständig vollzogen hat: zwischen Empathie und kritischer Distanz.

Was ist für Sie das Besondere am Übersetzen dramatischer Texte? Gibt es dabei spezifische Herausforderungen?

SABINE HEYMANN: Jeder Text hat sehr spezifische Anforderungen an die Übersetzung. Jeder Text ist auf seine Weise schwierig. Jedesmal müssen neue, eigene Lösungen gefunden werden. Handwerklich ist das Vorgehen schnell beschrieben: Der erste Durchlauf ist die Rohübersetzung, die sich sehr genau am Original entlanghangelt. Die ist schnell gemacht. Dann gibt es einen Abgleich, der auf Vollständigkeit, Missverständnisse, Fehler achtet. Vom dritten Durchgang an wird das Original mehr oder weniger beiseitegelegt. Dann erst geht es im übersetzten Text an die inhaltliche Stringenz, den Schliff, die Beseitigung von „Stolpersteinen“ … in der letzten Phase lese ich den Text noch einmal laut, dann geht es nur noch um Sprechbarkeit.

Vielleicht können Sie uns abschließend noch kurz etwas über die aktuelle Theaterszene in Italien erzählen. Wie ist es um die Position der zeitgenössischen Dramatik bestellt? Kommen in den Spielplänen auch ausländische Texte in italienischer Übersetzung vor?

SABINE HEYMANN: Wie oben angedeutet, haben es italienische Autor/innen bis heute schwer, sich zu behaupten. Es werden viele Texte geschrieben, aber nur wenige aufgeführt. Das liegt am prekären Theatersystem in Italien. Wenn ein Text einmal gespielt worden ist (meist als Eigenproduktion), ist das meist das Ende vom Lied. Nachgespielt wird so gut wie nie. Es gibt aber immer wieder sehr gute Autor/innen zu entdecken: neben den in Deutschland bereits bekannten und gespielten Davide Carnevali, Fausto Paravidino, Letizia Russo, Edoardo Erba und neben Stefano Massini sind das u.a. Magda Barile, Patrizia Zappa Mulas, Marco Calvano. Um nur einige Namen zu nennen. – Leichter haben es dagegen ausländische (auch zeitgenössische) Texte in italienischer Übersetzung.

Vielen Dank für das Gespräch!

Text und Interview-Fragen: Ulrike Syha

SABINE HEYMANN ist Geschäftsführerin des Zentrums für Medien und Interaktivität (ZMI) der Gießener Universität, Theaterkritikerin und Journalistin, Übersetzerin von Theatertexten, Belletristik und Sachbüchern aus dem Italienischen, Französischen und Englischen, Kennerin der Theaterszene in Italien und China. Sie hat bei zahlreichen internationalen Festivals und Projekten als künstlerische Beraterin und Dramaturgin mitgewirkt. Von 1981–1994 arbeitete sie als Kulturkorrespondentin für die Frankfurter Rundschau, den Hessischen Rundfunk, Theater heute, WDR, Deutschlandradio u.a. in Rom. Lehraufträge und Vorträge führten sie an die FU Berlin, die Universitäten Mainz und Frankfurt/Main sowie das Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Universität Gießen. Seit 1994 arbeitete sie in der Kunst-und Ausstellungshalle in Bonn als Kuratorin für Rahmenprogramme zu den Ausstellungen. Seit 1996 war sie Persönliche Referentin des Präsidenten der Gießener Universität. Seit der Gründung 2001 ist sie Geschäftsführerin des ZMI.

http://www.zmi.uni-giessen.de/home/profil-sheymann.html

VERLAGSKONTAKT: 

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PORTRÄT: Małgorzata Sikorska-Miszczuk

DER KOFFER (WALIZKA)

von Małgorzata Sikorska-Miszczuk

Der Koffer wurde für das zweite Programm des Polnischen Rundfunks (Dwojka) geschrieben.

Auf dem Theater war bisher eine polnische Inszenierung von Jan Klata zu sehen. Die deutschsprachige Erstaufführung der Übersetzung von Andreas Volk steht noch aus.

Małgorzata Sikorska-Miszczuk
Małgorzata Sikorska-Miszczuk

Das Stück erzählt die Geschichte des Franzosen Fransoua, der im Museum für Vernichtung einen Koffer mit dem Namen seines Vaters Pantofelnik und damit das Geheimnis seiner Herkunft entdeckt. Ein Erzähler führt uns in eine surreale und wendungsreiche Geschichte ein: Fransoua fühlt sich vage unwohl und wird von seiner Frau ins Museum geschickt. Eine Anrufbeantworterstimme wird zur zweiten Erzählerfigur Jaklin. Eine Museumsführerin im Museum für Vernichtung will kündigen, weil sie das unveränderliche Elend der Exponate nicht länger erträgt.

Nachdem Fransoua über einen Koffer im Museum seinem wahren Namen und seiner Identität auf die Spur gekommen ist, nimmt er in einer überraschenden Kadenz am Ende der Geschichte Kontakt mit diesem Koffer auf und vermag mit seinem von den Nazis vergasten Vater zu sprechen.

Dem Stück gelingt es, auf scheinbar geradezu unpolitische Weise die Verbrechen der NS-Zeit außen vor zu lassen und ausschließlich deren persönliche Auswirkung in der Gegenwart zu betrachten. Daher kommt die so schlafwandlerisch leichte Vorlage am Ende doch zu einer Katharsis mit großer emotionaler Tiefe. Indem sie die zweite Generation der Holocaust-Opfer zum Thema macht und die Hauptfigur wie auch das Publikum praktisch unbewusst an die tiefe Ursache ihrer Leiden heranführt, schafft Sikorska-Miszczuk einen wie zufälligen Bogen in den großen Zusammenhang. Nicht ganz ohne Einfluss bei der Wirkung ist sicher auch der für das Theater sehr fantasievolle Einsatz von im Radio schon ungewöhnlichen Wendungen, indem sich eine Erzählerfigur in die Stimme des Anrufbeantworters verliebt und kurzerhand durch die Leitung zu ihr kommt, so dass sie beide gemeinsam weiter durch das Stück führen. Die Autorin hat sich für das Stück von einer wahren Begebenheit inspirieren lassen.

Den Aspekt des Hörspiels haben Teile des Komitees kritisch betrachtet und als mögliches Hindernis für die Bühne, während die gewählten Mittel und Wendungen insgesamt als ungemein inspirierender Gewinn für eine Inszenierung gewertet wurden. Besonders wurde der imaginative Humor sowie eine tiefe Weisheit und Zärtlichkeit des Stücks vom Komitee geschätzt und hat dem Stück schließlich in die Endauswahl verholfen.

Die Autorin

Małgorzata Sikorska-Miszczuk, *1964, arbeitet nach ihrem Studium an der Universität Warschau und der Film- und Theaterakademie Łódź als Dramatikerin und schreibt zu dem regelmäßig Drehbücher.

Ihre Stücke – wie „Tod des Eichhörnchenmenschen“ (Kaiser Verlag Wien), „Catherine De Medici“, „Der Bürgermeister“, „Eiserner Vorhang“ oder „Bruno Schulz: Der Messias“ – wurden vielfach international ausgezeichnet, in zahlreiche Sprachen übersetzt und von renommierten Regisseuren zur Uraufführung gebracht.

In Warschau betreibt sie eine private Schule für Dramatiker_innen.

Beim Malta-Festival 2015 in Poznań ist die Vorpremiere der Oper DER ZAUBERBERG nach Thomas Manns Roman (Musik: Paweł Mykietyn, Regie: Andrzej Chyra) zu sehen, zu der sie das Libretto schreibt. Sie wird vertreten von der Agencja Dramatu

http://www.agencjadramatu.pl/

Weitere Theaterstücke (Auswahl): „Człowiek z Polski w czekoladzie“; „Zaginiona Czechosłowacja“; „Żelazna kurtyna“; „Psychoterapia dla psów i kobiet“; „Spalenizna/Rozkład“; „Śmierć człowieka wiewiórki“ (Tod des Eichhörnchenmenschen); „Burmistrz“ (Der Bürgermeister); „Mesjasz“ (Bruno Schulz: Der Messias)

Andreas Volk
Andreas Volk

Andreas Volk, *1971, ist Übersetzer zeitgenössischer polnischer Literatur, u. a. von mehr als zwanzig Theaterstücken. Er war Mitarbeiter der Arbeitsgruppe Literatur polska2000 in Krakau, Stipendiat der Villa Decius, sowie 2009-2011 Koordinator des Projekts „Translation Studies“ am Collegium Polonicum in Slubice. Er ist Redakteur der in Krakau erscheinenden deutsch-polnisch-ukrainischen Literaturzeitschrift „radar“ und Mitbegründer des deutsch-polnischen Übersetzungsjahrbuchs „OderÜbersetzen“. 2013 wurde er mit dem Übersetzerpreis der Vereinigung der polnischen Bühnenautoren und -komponisten Zaiks ausgezeichnet. Auf der Internetseite des Goethe-Instituts findet sich ein Interview.

http://www.goethe.de/ins/pl/lp/kul/dup/uwe/ueb/de6849474.htm .

Übersetzungen / Theaterstücke (Auswahl): Artur Pałyga, DER LETZTE VATER SEINER ART, (Theaterbiennale „Neue Stücke aus Europa“, Wiesbaden, Juni 2010); Małgorzata Sikorska-Miszczuk, DAS ENDE DER WELT, (Theater Magdeburg, Premiere 16.4.2010); Krzysztof Warlikowski (A)POLLONIA (Wiener Festwochen, Juni 2009; Theater Hebbel am Ufer, Berlin, Juni 2010); Magda Fertacz, TRASH STORY (Maxim Gorki Theater, Berlin, Szenische Lesung, März 2009)

Übersetzungen von Prosa und Lyrik in den Zeitschriften „die horen“, „Lichtungen“, „OderÜbersetzen“ und „radar“ (u. a. Mariusz Sieniewicz, Inga Iwasiów, Eustachy Rylski, Włodzimierz Kowalewski, Krzysztof Varga, Konrad Wojtyła, Marta Syrwid)

TEXT: HENNING BOCHERT

NACHTRAG: „Der Koffer“ wird übrigens gerade vom polnischen Fernsehtheater (Studio Teatralne Dwójki) umgesetzt. Hier ein Videotrailer:

https://www.facebook.com/video.php?v=882975205101797

EURODRAM zeigt am 31. Mai 2015 am Nationaltheater Mannheim einen Ausschnitt aus „Der Koffer“ (Einrichtung der Lesung: Sandra Schüddekopf).

ÜBER DIE AUSWAHL 2015

Endlich ist es so weit, die Ergebnisse von EURODRAM stehen fest.

Wir freuen uns, Ihnen heute die Auswahl des deutschsprachigen Komitees vorstellen zu können.

Informationen zu den Ergebnissen der anderen Sprachkomitees finden Sie unter http://www.sildav.org/component/content/article/452 .

A U S W A H L  2 0 1 5

D E U T S C H S P R A C H I G E S  K O M I T E E               

(in alphabethischer Reihenfolge)

– Stefano Massini: EINE NICHT UMERZIEHBARE FRAU. („Donna non rieducabile“, aus dem Italienischen von Sabine Heymann). (Lauke-Verlag)

Małgorzata Sikorska-Miszczuk: DER KOFFER. („Walizka“, aus dem Polnischen von Andreas Volk).

 – Maria Tryti Vennerød: DIE PRÜFUNG. („Nasjonal prøve“, aus dem Norwegischen von Nelly Winterhalder).

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Die drei ausgewählten Texte werden wir im Laufe der nächsten Wochen hier in unserem Blog  sowie bei unseren Veranstaltungen am Nationaltheater Mannheim (31. Mai 2015, 19 Uhr) und im Theater Drachengasse / Wien (Termin wird noch bekannt gegeben) noch eingehender vorstellen.

http://www.nationaltheater-mannheim.de/de/schauspiel/stueck_details.php?SID=2199

Da wir über 70 Einsendungen erhalten haben (noch mehr, wenn man die einberechnet, die den Kriterien leider geographisch oder aufgrund einer bereits vorliegenden Veröffentlichung nicht entsprochen haben) und die Diskussion im Komitee bis zum Schluß sehr lebhaft war, haben wir uns entschlossen, auch noch eine Liste mit weiterführenden Empfehlungen bekanntzugeben. Auf diese Texte werden wir zu einem späteren Zeitpunkt noch genauer eingehen.

WEITERFÜHRENDE EMPFEHLUNGEN

 – Richard Bean: UNTER DECK. („Under the Whaleback“, aus dem Englischen von Alex C. Mangold / Regina Hellmich). (Aufführungsrechte: Ahn & Simrock Bühnen- und Musikverlag, Hamburg)

– Davide Carnevali: ARABISCHE FRAU, DAS MEER BETRACHTEND. (Aus dem Italienischen von Sabine Heymann). (Rowohlt-Verlag)

– Stijn Devillé: HITLER IST TOT. („Hitler is dood“, aus dem Niederländischen von Uwe Dethier.)

– Minos Efstathiadis: DAS MAHL. („Το γεύμα“, aus dem Griechischen von Kathrin Liegmann).

– Greg Freeman: DOGSTAR. (Aus dem Englischen von Gerda Poschmann-Reichenau). (Lauke-Verlag).

– Jean-Pierre Siméon: STABAT MATER FURIOSA. (Aus dem Französischen von Daniel Gerzenberg.)

– Marcel Zang: MEIN GENERAL. („Mon général“, aus dem Französischen von Wolfgang Barth).

Sollten Sie Interesse haben, einen der genannten Texte zu lesen, wenden Sie sich bitte an die angegebenen Verlage bzw. an uns, wir stellen dann gerne einen Kontakt zum Autor oder Übersetzer her.