
Foto © Unbekannter Gast Dramatiker/innenfestival Graz GÄSTE Bildmitte von links: Stefanie Gerhold (Übersetzerin Himmelweg, Juan Mayorga), Freek Mariën (Autor Der Mann im Tauchanzug, übersetzt von Barbara Buri), Franziska Muche (Übersetzerin Ich will die Menschen ausroden von der Erde, María Velasco Gonzales) EURODRAM-Mitglieder von links: Wolfgang Barth (Koordinator), Lorena Pircher (Dokumentatorin), Christian Mayer (Moderator Podiumsdiskussion mit den Gästen); von rechts: Heinz Schwarzinger, Charlotte Bomy (Koordinatorin)
[English version below]
Die Vorstellung der Stücke der Auswahl 2023 des deutschsprachigen Komitees EURODRAM fand am 24. Juni 2023 im Rahmen des Dramatiker:innenfestivals Graz „INS OFFENE“ (21.-25. O6.2023) statt. Sie erfolgte in Kooperation des deutschsprachige Komitees EURODRAM (vertreten durch das Koordinator:innenteam Wolfgang Barth, Charlotte Bomy, Galina Klimowa) mit dem Dramatiker:innenfestival (vertreten duch Edith Draxl, künstlerische Gesamtleitung). EURODRAM wurde dabei gefördert vom Deutschen Literaturfonds und Flanders Literature.
Vorgestellt wurden in Anwesenheit von Stefanie Gerhold, Franziska Muche und Freek Mariën die Stücke:
Juan Mayorga, Himmelweg [Himmelweg], Madrid 2003; Übersetzung aus dem Spanischen von Stefanie Gerhold, Berlin 2022
Neofelis Verlag, Berlin 2022 in: F. Muche / C. Heinrich [Hrsg.], Schattenschwimmer, neue Theatertexte aus Spanien; Aufführungsrechte: Hartmann & Stauffacher Verlag, Köln
María Velasco Gonzáles, Ich will die Menschen ausroden von der Erde [Talaré a los hombres de sobre la faz de la tierra], Madrid 2020, Übersetzung aus dem Spanischen von Franziska Muche, Berlin 2022
Freek Mariën, Der Mann im Tauchanzug [The Wetsuitman], Belgien 2019, Übersetzung aus dem Niederländischen von Barbari Buri, Deutschland 2020
De Nieuwe Toneelbibliotheek (Original) / Verlag der Autoren (Übersetzung)
Die Vorstellung erfolgte bei zwei identischen „Walks“ um 19 und um 20 Uhr in der Tiefgarage/dem Souterrain der „Vorklinik“. Bei solchen „Walks“ werden die Zuschauer*innen nacheinander zu den drei Darstellungsorten jeweils für eines der Stücke geführt. Auskunft über Regie und Darsteller*innen gibt der Programmauszug am Ende dieser Zusammenfassung. Trotz der späten Stunde nahmen an jedem der Walks etwa 50 Zuschauer*innen teil.
Von 21:30 bis ca. 22:30 fand vor einem kleineren (Fach-) Publikum eine Podiumsdiskussion zu den Stücken, den Darstellungen, den Übersetzungen und damit verbundenen Fragen statt. Moderiert wurde die Diskussion von Christian Mayer (für EURODRAM) und Martin Baasch (für das Dramatiker:innenfestival). Die Stücke vertraten der Autor Freek Mariën (Belgien/Flandern für DER MANN IM TAUCHANZUG) die Übersetzerin Stefanie Gerhold (Berlin, für ICH WILL DIE MENSCHEN AUSRODEN VON DIESER ERDE) und die Übersetzerin Franziska Muche (Berlin, für HIMMELWEG).
Am Ende der Podiumsdiskussion gaben die Übersetzerinnen bekannt, für welche weiteren Übersetzungen sie die zugesprochene Übersetzungsförderung des Deutschen Literaturfonds verwenden werden [Die weiteren Übersetzungen]. Stefanie Gerold und Franziska Muche begründen Ihre Auswahl.
Lorena Pircher (Deutschsprachiges Komitee) führte am 24.06. mit den Übersetzerinnen und dem Autor Interviews, die wir getrennt veröffentlichen. In den sehr persönlichen und detaillierten Beiträgen legen Stefanie Gerhold und Franziska Muche ihre Arbeit als Übersetzerinnen dar und sprechen über die übersetzten Stücke. Freek Mariën nimmt Stellung zu seinem Stück und zu vielen Aspekten seiner Arbeit.
Wir danken Edith Draxl und allen Beteiligten des Dramatiker:innenfestivals für die hervorragende Zusammenarbeit und die Übernahme vieler Kosten, dem Deutschen Literaturfonds für die EURODRAM-Förderung und Flanders Literature für die Reiseförderung für den Autor Freek Mariën.
Wolfgang Barth, Bremen, 7. Juli 2023
English
Presentation of the plays of the selection 2023 of the German-speaking committee EURODRAM at the Dramatiker:innenfestival in Graz on June 24, 2023
The presentation of the plays of the selection 2023 of the German-speaking committee EURODRAM took place on June 24, 2023 in the context of the Dramatiker:innenfestival Graz „INS OFFENE“ (21.-25.06.2023). It took place in cooperation of the German-speaking committee EURODRAM (represented by the coordinator team Wolfgang Barth, Charlotte Bomy, Galina Klimowa) with the Dramatiker:innenfestival (represented by Edith Draxl, artistic director). EURODRAM was supported by the German Literature Fund and Flanders Literature.
The plays presented were:
Juan Mayorga, Himmelweg [Heaven’s Path], Madrid 2003; translation from the Spanish by Stefanie Gerhold, Berlin 2022
Neofelis Verlag, Berlin 2022 in: F. Muche / C. Heinrich [eds.], Schattenschwimmer, neue Theatertexte aus Spanien; performance rights: Hartmann & Stauffacher Verlag, Cologne
María Velasco Gonzáles, Ich will die Menschen ausroden von der Erde [Talaré a los hombres de sobre la faz de la tierra], Madrid 2020, translation from Spanish by Franziska Muche, Berlin 2022
Freek Mariën, Der Mann im Tauchanzug [The Wetsuitman], Belgium 2019, translation from Dutch by Barbari Buri, Germany 2020
De Nieuwe Toneelbibliotheek (original) / Verlag der Autoren (translation).
The presentation of the three plays took place during two identical „Walks“ at 7 pm and at 8 pm in the underground car park/basement of the „Vorklinik“. During such „Walks“, the audience is led to the three performance venues for one of the plays each, one after the other. The program excerpt at the end of this text provides information about the directors and performers. Despite the late hour, about 50 audience members attended each of the Walks.
From 21:30 to about 22:30, a panel discussion on the plays, the performances, the translations and related issues took place in front of a smaller (professional) audience. The discussion was moderated by Christian Mayer (for EURODRAM) and Martin Baasch (for the Dramatiker:innenfestival). The plays were represented by the author Freek Mariën (Belgium/Flanders for DER MANN IM TAUCHANZUG) the translator Stefanie Gerhold (Berlin, for ICH WILL DIE MENSCHEN AUSRODEN VON DIESER ERDE) and the translator Franziska Muche (Berlin, for HIMMELWEG).
At the end of the panel discussion, the translators announced for which further translations they will use the awarded translation grant from the German Literature Fund [Further translations]. Stefanie Gerold and Franziska Muche give reasons for their selection.
Lorena Pircher (German Language Committee) conducted interviews with the translators and the author on 24 June, which we are publishing separately. In the very personal and detailed contributions, Stefanie Gerhold and Franziska Muche describe their work as translators and talk about the translated plays. Freek Mariën comments on his play and many aspects of his work.
We would like to thank Edith Draxl and all those involved in the Dramatiker:innenfestival for their excellent cooperation and for bearing many of the costs, the German Literature Fund for the EURODRAM grant and Flanders Literature for the travel grant for the author Freek Mariën.
Wolfgang Barth, Bremen, July 07, 2023
Das Plakat zeigt die Besetzung der vorstellenden Teams. / Please see the cast of the presentation teams.

Vorstellung der Stücke
Alle Fotos und die folgenden Texte © Lorena Pircher
María Velasco Gonzáles, Ich will die Menschen ausroden von der Erde.
Der Abstieg in die Tiefgarage der „Vorklinik“ führte direkt zum ersten Stück des „Walks“. Die Zuschauer:innen setzten sich auf die breite Treppe, die in den zu einer Bühne umfunktionierten Gang mündete. Zwei beeindruckende junge Schauspielerinnen stellten in aneinander anknüpfenden, sich oftmals überlagernden Monologen die Gedanken der Protagonistin dar: Eine junge Frau stellt sich einer patriarchalen, konservativen Gesellschaft durch kraftvolle, eloquente, direkte Anklagen entgegen, die für viele Frauen wie Befreiungsschläge wirken. Die Diskriminierung von Frauen und die Nicht-Anerkennung ihrer Leistungen wurden in verdichteten Szenen anhand der Erfahrungen der Protagonistin deutlich: Nach einer perfekten Präsentation im Rahmen ihrer Promotion wird die Protagonisten vom Prüfungskomitee, das ausschließlich aus Männern besteht, ungerechtfertigt kritisiert, ihre Leistungen werden heruntergespielt. Sie wendet sich mit einem bewegenden Monolog an das Publikum, prangert die strukturelle Benachteiligung von Frauen an und entwickelt Reflexionen über ihr eigenes Aufwachsen und bisheriges Leben. Beim Ortswechsel während der Lesung wurden die Zuschauer:innen selbst zu dessen Bestandteil: Ihren Gang begleiteten Originalaufnahmen von Sprechchören in spanischer Sprache eines Demonstrationszuges zur Durchsetzung von Frauenrechten und gegen Vergewaltiger.

Das zweite Stück des Walks nutzte verschiedene Spielorte der Tiefgarage. Auch hier nahmen Zuschauer:innen direkt und intensiv teil. Sie hatten sich bereit erklärt, Passagen bestimmter Handlungsabschnitte zu lesen, und wurden so Bestandteil des Geschehens. Diese dramaturgische Entscheidung war sehr bewegend, da sie auf einer Metaebene reflektierte, was die Protagonist:innen des Stückes Himmelweg auf grausamste Art und Weise erfahren mussten: Sie mussten auf Leben und Tod eine Rolle spielen, zu der sie von den SS-Soldaten gezwungen wurden, um dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes ein absolut gefälschtes Bild vom Konzentrationslager Theresienstadt zu vermitteln. Sie waren gezwungen, die schrecklichen Gräueltaten der Nationalsozialisten zu verdecken, um nicht sofort zu sterben. Weitere interessante dramaturgische Aspekte der Inszenierung waren Verfremdungen, die durch die Verlagerung der Handlung in einen Fernsehapparat erfolgten, vor dem das Publikum Platz nahm. Die Inszenierung berührte tief und brillierte mit der unkonventionellen Entscheidung, jede Handlung entweder über ein drittes Medium oder über die Zuschauer:innen selbst stattfinden zu lassen. Dies unterstrich das Ringen um Worte und die Schwierigkeit, die Unmenschlichkeit sprachlich zu fassen.

Freek Mariën, Der Mann im Tauchanzug
Das dritte Stück des Walks wurde von nur einer Schauspielerin vorgestellt, die sich in ihrer Darstellung brillant auf unterschiedliche Handlungsorte und Geschehnisse bezog, dabei verschiedene Personen spielte und so das anfängliche Rätsel des Vorgangs einer ausdrucksstarken Lösung zuführte. Der Autor erklärte, dass das Stück eigentlich für 3-28 verschiedene Personen geschrieben sei und sich verschiedener Requisiten und Kostüme bediene. Dennoch war die Inszenierung der Lesung mit Nutzung eines limitierten Raumes und nur weniger Requisiten faszinierend und äußerst gelungen. Die Handlung, die sich auf die Suche nach der Identität einer geflüchteten Person (dem „Mann mit dem Tauchanzug“) konzentriert, wurde durch die bewundernswerte Leistung der Schauspielerinintensiv intensiv erfahren. Sukzessive fügten sich verschiedene Handlungsorte, verschiedene Dialoge und unterschiedliche Monologe zu einem großen Ganzen zusammen und boten somit einen multiperspektivischen, mosaikartigen und sozialkritischen Blick auf aktuelle Ereignisse.
Die Podiumsdiskussion

Christian Maywer (EURODRAM), Freek Mariën (Autor), Martin Baasch (Dramatiker:innenfestival), Franziska Muche (Übersetzerin), Stefanie Gerhold (Übersetzerin)
Lorena Pircher hat Elemente der Podiumsdiskussion notiert und dokumentiert:
Während des Podiumsgespräches wurden eine Vielfalt an interessanten Aspekten bezüglich des Schreibens und des Publizierens sowie Übersetzens von Theatertexten aufgegriffen. Es wurden unter anderem die feministischen und höchst gesellschaftsrelevanten Aspekte des Stücks von María Velasco González genauer beleuchtet; Franziska Muche erläuterte, inwiefern dieser Text für die aktuelle, progressive spanische Theaterlandschaft bezeichnend ist.
Dies führte zu einer interessanten Diskussion über die Vielfalt der spanischen Theater- und Literaturbewegungen, die von Autofiktion bis hin zu politischen Essays reichen. Trotz dieser vibrierenden und lebhaften Theaterszene Spaniens veranschaulicht beispielsweise die “Generación emergente”, die sog. aufstrebende Generation, wie schwierig es im Allgemeinen ist, mit Theaterstücken langfristige Sichtbarkeit zu erreichen. Diese Schriftsteller:innen, die in ihren 40er Jahren sind und schon jahrelang erfolgreich Theaterstücke publizieren, und dennoch immer noch als “emergente”, also “aufstrebend” angesehen werden, verweisen auf die Herausforderungen des Theaterstück-Schreibens. Was sich in der spanischen Theaterlandschaft von der deutschen unterscheidet, ist insbesondere, dass es beinahe keine staatlichen festen Ensembles gibt; nichtsdestotrotz aber werden sehr viele Theaterstücke publiziert und es gibt eine sehr aktive und vibrierende Off-Szene sowie eine Theaterbuchmesse, zu der Übersetzer.innen eingeladen werden. Kurzum, Theaterstücke zu schreiben gilt in Spanien als anerkanntes literarisches Genre.
Stefanie Gerhold äußerte ihre Begeisterung über die Inszenierung des von ihr übersetzten Werks “Himmelweg” im Rahmen einer 20-minütigen Umsetzung des ansonsten abendfüllenden Dramas und drückte Anerkennung aus über die dramaturgische Entscheidung, die Zuschauer:innen spontan Mikroszenen lesen zu lassen und sie somit Teil der Inszenierung werden zu lassen. Die Metaebene einer simulierten Realität, eines normal geführten Lebens, das die Insass:innen Theresienstadts spielen mussten, um zu überleben, wurde dadurch aufgegriffen und nochmals auf bedruckende Art und Weise greifbar gemacht.
Zu ihrer Rolle als Übersetzerin befragt, erklärte Stefanie, dass das Übersetzen für das Theater eine sehr vielfältige und interessante Aufgabe darstellt, da der Theatertext an sich noch nicht das finale Kunstwerk ist, sondern ein offenes Angebot, eine offene Oberfläche, die auch in der Übersetzung auf möglichst vielfältige Weise anschlussfähig bleiben sollte. Diese Offenheit des Textes auch in einer neuen Sprache wieder-erschaffen zu können, sei äußerst faszinierend. Dadurch ist, wie Stefanie Gerhold erklärt, eigentlich auch höchste Sichtbarkeit gegeben; die Sichtbarkeit der Übersetzer:innen liegt in den Worten selbst, in den komplexen Umwandlungsprozessen, in den ineinandergreifenden sprachlichen Überlappungen eines jeden übersetzten Textes.
Auch Freek erklärte, dass er die Inszenierung seines Stücks, “Der Mann im Tauchanzug” sehr schätzte und die Inszenierung bewundere, die an nur einer Person hing, obwohl das Stück für 3-28 Schauspieler:innen konzipiert ist (in den meisten Inszenierungen spielen 3 Schauspieler:innen). Die Faszination dieser Inszenierung korreliert mit der beeindruckenden Leistung der im limitierten Raum agierenden Schauspielerin, die beinahe keine Requisiten verwendete, keine verschiedenartigen Kostüme und dennoch durch ihre Stimme jegliche Nuancen und Stimmungen sowie verschiedene Figuren erfahrbar machte.
Freek findet, dass Übersetzer:innen die besten Leser:innen sind, dass sie den Text immer und immer wieder mit neuen Blickwinkeln und durch verschiedene Linsen lesen und Detailfragen stellen, die die eigene Recherche erneut anregen. Außerdem kam die Beobachtung auf, dass Übersetzungen immer eine interkulturelle Überbrückungsarbeit darstellt, dass Übersetzen einen interkulturellen Transferprozess darstellt und sich dadurch bei Übersetzungen natürlich für einen Text auch der kulturelle Rezeptionsraum mit seinen eigenen Konsequenzen ergibt (Zum Beleg: Die Rezeption von Freeks “Der Mann im Tauchanzug” war hinsichtlich der Assoziationen und Erwartungshaltungen, die mit dem Konzept der Polizei verbunden werden, in den USA sehr unterschiedlich zu der in Flandern).
In Spanien wiederum verläuft die Grenze zwischen großen staatlichen Produktionen und der Off-Szene anders, aus dem Siglo de Oro heraus gibt es andere Erwartungen und Erwartungshaltungen des Publikums und der Autor:innen, das Theater wurde anders geprägt und es entwickelte sich aus diesen Ursprüngen eine andere Art des Spielens.
So werden Stücke, die in Spanien sehr ernst genommen werden, von arrivierten Autor:innen in Deutschland oftmals beinahe an der Grenze zum Boulevard wahrgenommen, weil die Erwartungen aus unterschiedlichen Traditionen kommen.
Die Diskrepanz zwischen dem, was gesagt wird, und dem, was gemeint ist, diese Kluft der gesamtmenschlichen Kommunikation, ist ein universales Phänomen, das auch erfordert, dass Übersetzer:innen zwischen den Zeilen übersetzen.
Ein sehr gutes Beispiel zum oftmals schwierigen Prozess der passenden Wortfindung wurde von Franziska Muche gegeben: So hat sie sich für ihre Übersetzung von María Velascos Stück, das im Original “Talaré a los hombres de sobre la faz de la tierra” heißt und ein Originalzitat aus der Bibel ist, dafür entschieden, es mit “Ich will die Menschen ausroden von der Erde” zu übersetzen, wobei “talar” “Bäume fällen” bedeutet und dieses Bild des Baums auch sehr wichtig für das gesamte Stück ist. Andererseits gibt es das Bibelzitat auch im Deutschen, wobei das Verb “ausrotten” verwendet wird. Schließlich hat sich Franziska für eine geniale Übertragung entschieden, sie hat das Bibelzitat abgewandelt, das Verb “ausroden” verwendet, was so viel bedeutet wie “mit den Wurzeln ausreißen” und hat dadurch Zitat und das Pflanzliche, das Sinnbild des Baums, gewahrt. Interessant ist auch die Überlegung, wie “hombres” übersetzt werden will, da es gleichzeitig Menschen, Menschheit, aber auch nur Männer bedeuten kann – eine für dieses feministische Stück interessante Doppeldeutigkeit.
Die Erläuterungen von Franziska Muche und Stefanie Gerhold, welche Überlegungen für sie bei der Auswahl zur zusätzlich geförderten Übersetzung eine weiteren Stückes eine Rolle gespielt haben, finden Sie hier.
Die Vorstellung der Stücke der Auswahl 2023 wurde gefördert von:













4 Gedanken zu „Vorstellung der Auswahl 2023 beim Dramatiker/innenfestival in Graz“